Vereinslokale

Vereinslokale

Ein altes Sprichwort sagt: „Ohne Fleiß kein Preis“. Die musikalischen Darbietungen eines Orchesters können nur von Erfolg gekrönt werden durch regelmäßiges Proben. Während eine Gruppe von 3 oder 4 Musikern noch in einem Zimmer üben kann, bedarf es für 30 oder gar 40 Musiker schon größerer Räume, die auch akustisch, wenn auch nur bedingt, geeignet sind. Hinzu kommt, daß der Nachbar oder Mitbürger nicht gestört werden darf. Hierzu bieten sich natürlich insbesondere Säle oder größere Veranstaltungsräume an. Vorweg gesagt: Diese zu bekommen, war und ist nicht immer einfach.

Das erste Übungslokal des Musikvereins 1900 ist das Lokal Peter Dammer, später bekannt unter dem Namen „Hotel Weingarten“. Heute befindet sich in diesem Bereich die Diskothek „Kings“. Man ist jedoch noch nicht so seßhaft wie heute. sondern probt auch in den Niederlanden z.B. in Malbeck, in der Gaststätte „De Frenk“ (am früheren Grenzübergang Heidenend) und am Schwanenhaus. Die Ursache dieser oft grenzüberschreitenden Proben ist vermutlich darin begründet, daß in den ersten Jahren des Bestehens die Dirigenten aus den benachbarten Niederlanden kamen.

Weitere Ausführungen aus dieser Zeit liegen nicht vor. Erst aus den ab 1936 vorliegenden Protokollbüchern des Vereins ist erkennbar, daß in diesem Jahr das Vereins- und Übungslokal der „Bürgerhof“, Besitzer Dammer, war. Nach mehrmaligen Wechsel (Sauels, Wolters) übernimmt Jakob Terlinden 1938 dieses Lokal, in welchem der Musikverein bis 1952 gastiert.

Die Schwierigkeiten nach Kriegsende sind nicht gerade gering. Das Lokal ist zwar im Januar wiedergewählt worden, jedoch ist der Saal mit Militär belegt. Die Proben finden daher in einem Vorraum statt. Nur wenige Meter entfernt, getrennt durch eine dünne Wand, liegen die Soldaten auf ihren Pritschen. Dieser Tatbestand erweist sich schnell als für beide Teile unzumutbar; die Übungsstunden werden daher in die Gaststätte verlegt. Natürlich verkehren dort die Gäste weiter. Die Gaststätte während dieser Zeit zu schließen ist andererseits aber auch unzumutbar, da deren Einnahmen zum Lebensunterhalt des Besitzers benötigt werden.

So wird dann 1952 das Übungs- und Vereinslokal in die Gaststätte „Zur Brüdergemeinde“ verlegt. Hier ist in einem kleinen Hinterhofgebäude der Übungsbetrieb ungestört. Diese Idylle ist leider nicht von allzu langer Dauer. Der Besitzer Josef Boos gibt seine Gaststätte in Kaldenkirchen auf und übernimmt in Lobberich ein anderes Lokal. Für die Gaststätte in Kaldenkirchen findet sich so schnell kein geeigneter Nachfolger und der Verein ist ohne Vereinslokal.

Der Musikverein findet eine neue Heimat in der Gaststätte „Holländischer Hof“, Inhaber Peter Eicker. Als Übungsraum steht fortan ein kleines Gebäude im Hof der Gaststätte an der Karlstraße zur Verfügung. Günstig erweist sich die Nähe zum nur wenige Meter entfernten Saal, der eine vorzügliche Akustik besitzt. Im Jahre 1969 naht dann auch hier wieder das Ende: Der Saalbetrieb wird aufgegeben. In ihm wird ein Supermarkt eröffnet.

Eine neue Bleibe findet der Musikverein dann im Saale Inderhees/Timmermanns. Eine idealer Übungsraum im Sommer, unzumutbar dann aber im Winter, denn es ist für den Besitzer kaum zumutbar, den Saal eigens für die Übungsabende zu heizen und für erträgliche Temperaturen zu sorgen. Die Proben werden teilweise im Mantel und mit eiskalten Füßen durchgeführt. Dennoch tun die Saalinhaber ihr möglichstes, und nicht zuletzt wegen der guten Betreuung durch die Wirtin „Marga Inderhees“ fühlt man sich dennoch dort wohl. Im Winter 1973 bricht dann die sogenannte Ölkrise aus. Das Heizöl wird knapp; an den Übungsabenden kann fortan nicht mehr geheizt werden. Ein weiterer Tatbestand kommt hinzu: Die Tanzveranstaltungen werden auf den Freitag ausgedehnt, den Tag, wo bisher die Proben stattgefunden hatten. Man trennt sich im besten Einvernehmen.

Zu Beginn des Winters 1973 findet dann der Verein in der Gaststätte Ebler „Zum Ring“ ein neues Übungslokal. In einem Sälchen im Keller der Gaststätte kann fortan ungestört und nun auch bei angenehmen Temperaturen geübt werden. Dieses Lokal war trotz mehrfachem Inhaberwechsel, 29 Jahre Übungs- und Vereinslokal des Musikvereins 1900 Kaldenkirchen.

Aufgrund stetigem Mitgliederzuwachs mußte der Verein sich um ein neues Probelokal kümmern, da die Räumlichkeiten die Anfangs fast noch zu groß für den Verein waren, mittlerweile echte Platzprobleme für alle Mitglieder darstellten.

Seit Februar 2002 probt der Verein im “Saal zur Mühle”, auf der Kölnerstraße in Kaldenkirchen.